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Finanzierung

Die EZB beendet die Negativzinsphase: Was sich für Immobilienkäufer verändert

Finanzunterlagen und Taschenrechner – Foto: Kelly Sikkema / Unsplash

Am 21. Juli 2022 hat die Europäische Zentralbank einen klaren geldpolitischen Schnitt beschlossen: Die drei Leitzinsen steigen um jeweils 0,50 Prozentpunkte. Mit Wirkung zum 27. Juli liegt der Einlagezins nicht mehr im negativen Bereich.

Für Immobilienkäufer ist das kein abstraktes Notenbankthema. Finanzierungskosten hatten sich bereits vor der Entscheidung deutlich bewegt, und die Zinswende verändert die Kalkulation von Kaufpreis, Eigenkapital und Monatsrate.

Leitzins und Bauzins sind nicht dasselbe

Ein häufiger Denkfehler besteht darin, den EZB-Leitzins direkt mit einem Baufinanzierungszins gleichzusetzen. Langfristige Hypothekenkonditionen hängen unter anderem von Kapitalmarkterwartungen, Pfandbrief- und Anleiherenditen, Laufzeit, Beleihung und Bonität ab. Banken haben die erwartete geldpolitische Wende daher teilweise schon vor dem offiziellen Beschluss eingepreist.

Trotzdem markiert die Entscheidung einen Regimewechsel. Viele Jahre lang konnten Käufer mit außergewöhnlich niedrigen Finanzierungskosten rechnen. Jetzt wird die Tragfähigkeit der Finanzierung wieder stärker zum begrenzenden Faktor.

Der Kaufpreis muss wieder mit der Rate zusammenpassen

Steigt der Zinssatz, kann dieselbe Monatsrate einen geringeren Kredit tragen. Das bedeutet nicht, dass Immobilienpreise automatisch im gleichen Verhältnis sinken. Verkäufer reagieren zeitverzögert, Teilmärkte unterschiedlich und gute Objekte bleiben nachgefragt.

Für Käufer wird deshalb wichtiger, nicht nur den Zinssatz zu beobachten, sondern das Gesamtpaket zu rechnen: Kaufpreis, Nebenkosten, Eigenkapital, Tilgung, Instandhaltung und Reserven. Für Verkäufer wiederum wird die Finanzierbarkeit der Zielgruppe zu einem stärkeren Teil der Preisstrategie.

Die eigentliche Veränderung im Sommer 2022 ist daher nicht ein einzelner Zinssatz. Es ist das Ende einer Phase, in der Finanzierung fast selbstverständlich billig war.

Weiterführend im Archiv

Archivhinweis: Dieser Beitrag wurde nachträglich als historische Einordnung erstellt. Tatsachen und Bewertungen beziehen sich auf den im Beitrag zugrunde gelegten damaligen Daten- und Rechtsstand; spätere Querverweise sind heutige Archivpflege.

Quellen und Datengrundlage

Die Darstellung ist eine allgemeine Markteinordnung und keine Finanzierungsberatung.