Das Jahr 2020 war wirtschaftlich von der Corona-Pandemie geprägt. Am Leipziger Immobilienmarkt ist davon in den Jahreszahlen deutlich weniger zu sehen als in vielen anderen Branchen.
Der Grundstücksmarktbericht weist 7.369 Kauffälle aus – rund sechs Prozent mehr als 2019 und damit das zweithöchste Ergebnis der vergangenen Jahrzehnte. Der Geldumsatz sank zwar gegenüber dem Rekordjahr 2019 um rund vier Prozent, blieb mit etwa 3,279 Milliarden Euro aber auf sehr hohem Niveau.
Mehr Verträge, etwas weniger Gesamtumsatz
Diese Kombination zeigt, warum Transaktionszahl und Geldumsatz getrennt gelesen werden sollten. Der Markt blieb liquide, während die Zusammensetzung der Verkäufe und größere Einzeltransaktionen den Gesamtumsatz beeinflussten.
Wohneigentum wird weiter teurer
Bei Eigentumswohnungen lagen die mittleren Kaufpreise 2020 im Erstverkauf bei rund 4.874 Euro je Quadratmeter im Neubau und rund 4.889 Euro bei saniertem Altbau. Im Wiederverkauf lagen Neubauwohnungen bei etwa 2.339 Euro und sanierte Altbauwohnungen bei rund 2.112 Euro je Quadratmeter.
Die Zahlen zeigen eine fortgesetzte Preisbewegung, aber auch große Unterschiede zwischen Erst- und Wiederverkauf. Ein einzelner Leipziger Quadratmeterwert bleibt deshalb ungeeignet für die Bewertung einer konkreten Wohnung.
Die Pandemie stoppt den Wohnimmobilienmarkt nicht
Besichtigungen, Finanzierung und notarielle Abläufe wurden 2020 zeitweise schwieriger. Der Jahresmarkt zeigt dennoch, dass die Nachfrage nach Wohnimmobilien insgesamt stabil blieb. Niedrige Finanzierungskosten und das knappe Angebot wirkten weiter.
Für Eigentümer folgt daraus kein automatischer Pandemie-Aufschlag. Entscheidend bleibt, welches Segment, welche Lage und welcher Zustand tatsächlich verkauft werden.
Der Marktbericht 2020 ist vor allem ein Beleg für die Widerstandsfähigkeit des Leipziger Wohnimmobilienmarkts in einem außergewöhnlichen Jahr.
Weiterführend im Archiv
- Leipzig 2019: 3,4 Milliarden Euro Rekordumsatz
- Leipzig 2021: Rekordumsatz trotz leicht weniger Verkäufen
Archivhinweis: Dieser Beitrag wurde nachträglich als historische Einordnung erstellt. Tatsachen und Bewertungen beziehen sich auf den im Beitrag zugrunde gelegten damaligen Daten- und Rechtsstand; spätere Querverweise sind heutige Archivpflege.
