Der Leipziger Immobilienmarkt bleibt 2018 hochaktiv, obwohl die Zahl der Kauffälle leicht sinkt. Der Gutachterausschuss registrierte 6.574 Kaufverträge nach 6.728 im Vorjahr. Der Gesamtumsatz blieb zugleich bereits im vierten Jahr in Folge über 2,8 Milliarden Euro.
Die auffälligste Entwicklung liegt bei den Grundstückspreisen. Obwohl deutlich weniger unbebaute Grundstücke verkauft wurden, stieg der Umsatz in diesem Segment. Knappes Angebot trifft auf anhaltende Nachfrage.
Geschossbaugrundstücke verteuern sich besonders stark
Für Bauland des Geschosswohnungsbaus lag der durchschnittliche Bodenrichtwert 2018 bei rund 675 Euro je Quadratmeter und damit etwa 55 Prozent über dem Vorjahresniveau. Bei Grundstücken für Einfamilienhäuser lag der durchschnittliche Kaufpreis bei etwa 143.000 Euro bei einer mittleren Fläche von rund 730 Quadratmetern.
Auch Mehrfamilienhäuser werden teurer
Sanierte Mehrfamilienhäuser wurden im Durchschnitt mit rund 1.598 Euro je Quadratmeter Wohnfläche gehandelt, etwa 13 Prozent mehr als 2017. Bei unsanierten Mehrfamilienhäusern lag der Mittelwert bei rund 1.024 Euro und damit etwa 25 Prozent höher.
Solche Durchschnittswerte sind keine pauschalen Wertsteigerungsfaktoren. Bei kleinen Fallzahlen und sehr heterogenen Objekten kann sich die Zusammensetzung der Verkäufe deutlich auf den Mittelwert auswirken.
Knappheit erhöht die Bedeutung der Mikrolage
Je weniger vergleichbare Grundstücke gehandelt werden, desto wichtiger werden Bebaubarkeit, Zuschnitt, Lage innerhalb des Viertels und konkrete Nutzungsmöglichkeiten. Ein steigender Bodenrichtwert allein ist noch kein Verkaufspreis.
2018 markiert damit eine Phase, in der Leipzigs Immobilienmarkt nicht nur teurer, sondern auch knapper und stärker segmentiert wird.
Weiterführend im Archiv
Archivhinweis: Dieser Beitrag wurde nachträglich als historische Einordnung erstellt. Tatsachen und Bewertungen beziehen sich auf den im Beitrag zugrunde gelegten damaligen Daten- und Rechtsstand; spätere Querverweise sind heutige Archivpflege.
