Zum Inhalt springen
Investment

Mehrfamilienhäuser 2024: Warum saniert, unsaniert und Lage nicht in einen Topf gehören

Wohngebäude in Leipzig – Foto: Clara Pfister / Unsplash

Mehrfamilienhäuser werden in Marktberichten gern über einen durchschnittlichen Preis je Quadratmeter Wohnfläche zusammengefasst. Für eine Investitionsentscheidung ist diese Zahl allein allerdings besonders gefährlich.

Der Leipziger Grundstücksmarktbericht 2024 weist für sanierte Mehrfamilienhäuser im Durchschnitt rund 1.766 Euro je Quadratmeter Wohnfläche aus – etwa sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Bei unsanierten Mehrfamilienhäusern lag der Durchschnitt bei rund 1.316 Euro und damit rechnerisch sogar rund 49 Prozent höher.

49 Prozent sind keine pauschale Wertsteigerung jedes unsanierten Hauses

Gerade bei kleineren Fallzahlen können sich Durchschnittswerte stark verändern, wenn sich die Zusammensetzung der verkauften Objekte ändert. Lage, Größe, Leerstand, Grundstück, baulicher Zustand und Entwicklungspotenzial können den Preis eines Mehrfamilienhauses stärker prägen als eine allgemeine Marktbewegung.

Deshalb wäre es falsch, aus dem Plus von 49 Prozent abzuleiten, ein konkretes unsaniertes Haus sei automatisch fast die Hälfte mehr wert als im Vorjahr. Die Statistik beschreibt die tatsächlich verkauften Fälle – nicht die Wertentwicklung eines unveränderten Musterobjekts.

Bei Investmentobjekten beginnt die Prüfung hinter dem Quadratmeterpreis

Für Käufer zählen Mieterträge, Mietvertragsstruktur, Leerstand, nicht umlagefähige Kosten, Instandhaltungsbedarf und Finanzierung. Hinzu kommen bei unsanierten Objekten häufig erhebliche Investitionen in Gebäudehülle, Technik oder Wohnungen.

Für Verkäufer ist die Differenzierung ebenfalls wichtig. Ein entwicklungsfähiges Objekt kann eine andere Zielgruppe ansprechen als ein vollständig saniertes und stabil vermietetes Haus. Die Vermarktungsstrategie sollte diese Logik aufnehmen, statt beide Objekte über denselben Durchschnittswert zu erklären.

Der Mehrfamilienhausmarkt 2024 zeigt damit vor allem eines: Leipzig ist wieder aktiver, aber Durchschnittswerte ersetzen gerade im Investmentbereich keine Objektanalyse.

Weiterführend im Archiv

Archivhinweis: Dieser Beitrag wurde nachträglich als historische Einordnung erstellt. Tatsachen und Bewertungen beziehen sich auf den im Beitrag zugrunde gelegten damaligen Daten- und Rechtsstand; spätere Querverweise sind heutige Archivpflege.

Quellen und Datengrundlage