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Markt

Mieten in Leipzig: Was Angebotsmieten zeigen – und was sie gerade nicht zeigen

Hochwertiger Wohnraum – Foto: Laura Lauch / Unsplash

Bei Mietdaten gibt es einen klassischen Denkfehler: Man findet online einen Quadratmeterwert und behandelt ihn wie „die Leipziger Miete“. So einfach ist es nicht.

Die Stadt Leipzig hat Anfang Juli eine eigene Analyse zur Mietpreisentwicklung veröffentlicht. Schon die Beschäftigung mit dem Thema zeigt, warum unterschiedliche Datenquellen getrennt werden müssen. Angebotsmieten beschreiben neu inserierte Wohnungen. Bestandsmieten bilden laufende Mietverhältnisse ab. Der qualifizierte Mietspiegel wiederum dient der Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete nach seinen gesetzlichen Regeln.

Diese Werte können gleichzeitig korrekt sein und trotzdem deutlich auseinanderliegen. Wer heute eine Wohnung neu vermietet, bewegt sich in einem anderen Markt als jemand, dessen Mietvertrag seit vielen Jahren besteht. Und wer eine Mieterhöhung prüfen will, kann nicht einfach ein Immobilienportal als Maßstab verwenden.

Für den Immobilienwert ist die Unterscheidung entscheidend

Bei einer vermieteten Eigentumswohnung interessiert Käufer nicht nur, welche Miete theoretisch am Markt erzielbar wäre. Entscheidend ist zunächst die bestehende Miete, ihre vertragliche Grundlage, ihre Entwicklungsmöglichkeiten und die konkrete Kostenstruktur.

Umgekehrt kann bei einer leerstehenden Wohnung die aktuelle Neuvermietbarkeit relevant sein. Aber auch dann ist ein Portalwert kein Freibrief. Größe, Baujahr, Ausstattung, Lage, Mietpreisbremse und mögliche Ausnahmen müssen sauber auseinandergehalten werden.

Wer Mietdaten für Kauf, Verkauf oder Bewertung nutzt, sollte deshalb zuerst klären, welche Frage überhaupt beantwortet werden soll. Erst danach entscheidet sich, welche Zahl die richtige ist.

Weiterführend im Archiv

Archivhinweis: Dieser Beitrag wurde nachträglich als historische Einordnung erstellt. Tatsachen und Bewertungen beziehen sich auf den im Beitrag zugrunde gelegten damaligen Daten- und Rechtsstand; spätere Querverweise sind heutige Archivpflege.

Quellen und Datengrundlage

Wer eine vermietete Wohnung bewertet oder kauft, sollte zuerst klären, welche Mietkennzahl für genau diese Fragestellung überhaupt relevant ist.