Zum Inhalt springen
Wissen

Kappungsgrenze in Leipzig: Seit Juli 2020 gelten 15 Prozent in drei Jahren

Heller Wohnraum in einer Altbauwohnung – Foto: Grant / Unsplash

Seit dem 1. Juli 2020 gilt in Leipzig eine abgesenkte Kappungsgrenze für Mieterhöhungen bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete. Die sächsische Verordnung bestimmt Leipzig – ebenso wie Dresden – als Gebiet mit angespanntem Wohnungsmarkt.

Für Vermieter bedeutet das: Innerhalb von drei Jahren darf die Miete im Rahmen einer Erhöhung nach § 558 BGB grundsätzlich höchstens um 15 Prozent steigen. Ohne die besondere Gebietsregelung läge die gesetzliche Grenze bei 20 Prozent.

Die Kappungsgrenze ist nicht die Mietpreisbremse

Die Regel betrifft Mieterhöhungen in bestehenden Mietverhältnissen. Sie ist von den Regeln zur zulässigen Miethöhe bei einer Neuvermietung zu unterscheiden.

Auch die 15-Prozent-Grenze bedeutet nicht, dass jede Miete automatisch um diesen Betrag erhöht werden darf. Zusätzlich muss die ortsübliche Vergleichsmiete eingehalten werden, und die weiteren gesetzlichen Voraussetzungen sowie Fristen müssen erfüllt sein.

Für Kapitalanleger zählt die rechtlich mögliche Mietentwicklung

Wer eine vermietete Wohnung kauft, sollte deshalb nicht allein mit einer theoretischen Marktmiete kalkulieren. Bestehende Miethöhe, Mietvertrag, Mietspiegel, zeitliche Grenzen und Kappungsgrenze bestimmen gemeinsam, welche Entwicklung realistisch möglich ist.

Für Bewertungen ist die bestehende Miete entscheidend

Bei vermieteten Eigentumswohnungen beeinflusst das Mietverhältnis den Ertrag und damit die Perspektive vieler Kapitalanleger. Eine Vergleichsmiete aus einem Portal ist deshalb keine belastbare Grundlage für eine sofortige Ertragssteigerung.

Die abgesenkte Kappungsgrenze macht 2020 sichtbar, dass der Leipziger Wohnungsmarkt politisch und rechtlich zunehmend als angespannt eingeordnet wird. Für Investmententscheidungen wird die saubere Trennung von Marktmiete und rechtlich realisierbarer Miete damit noch wichtiger.

Weiterführend im Archiv

Archivhinweis: Dieser Beitrag wurde nachträglich als historische Einordnung erstellt. Tatsachen und Bewertungen beziehen sich auf den im Beitrag zugrunde gelegten damaligen Daten- und Rechtsstand; spätere Querverweise sind heutige Archivpflege.

Quellen und Datengrundlage

Allgemeine Einordnung, keine mietrechtliche Beratung zum Einzelfall.